Ally und der Morbus Addison

 

Ich wurde auf meine Ally im März 2012 aufmerksam, hab sie dann zu mir geholt, sie war ein Traumwelpe, stubenrein, sehr lernwillig und immer mich im Auge.

Allerdings war Ally sehr bald eine schlechte Esserin, es war oft schwierig, Futter in sie zu bekommen. Ich hab es damals auf die Naschigkeit des Pudels geschoben…

Es kam öfter vor, dass sie mal einen ganzen Tag nichts gefressen hat, dadurch bekam sie Bauchweh. Sie war immer recht empfindlich mit dem Magen, obwohl sie fast nie Durchfall hatte, sie war einfach sehr Näschig, dachte ich. So ging es die ersten fast drei Jahre, bis ihre Freundin starb, eine Galga, da ist Ally total zusammen gebrochen und hat lange getrauert. Danach war es mit dem Essen fast noch schlimmer.

Im April kam wieder eine Galga zu mir, Ally und Millie liebten sich vom ersten Augenblich an. Aber nach ca. 4 Wochen hat Ally das Essen eingestellt, ich hab mir noch keine Sorgen gemacht, war ja „normal“ bei ihr. Natürlich war es ein Wochenende, mir ist dann schon anders geworden, aber sie war noch recht munter. Ich bin dann Sonntags doch mit ihr zum Tierarzt und sie wurde behandelt auf Magen Darm, es hat sich nicht verbessert, sie wurde Apathisch und hat sich total zurückgezogen. Also wieder zum Tierarzt, zwischendurch musste ich auch arbeiten, was mir sehr schwer gefallen ist.

Mir ist dann eingefallen, dass die Züchterin von Ally gesagt hat, eine Schwester von ihr ist an Morbus Addison gestorben, mit 10 Monaten, diese  Info hab ich dann der Tierärztin gegeben, es wurde der Test gemacht und er war Positiv, was mich schon fast gefreut hat, endlich konnte sie richtig behandelt werden. Sie bekam am Anfang Astonin H 0,1 und Cortison. Nach der Medikamentengabe ging es ihr bald besser, aber es war eine harte Zeit, sowohl Finanziell als auch Psychisch. Am Anfang muss halt oft das Blut untersucht werden um die Medikamente anzupassen, wobei das Cortison nicht über einen Bluttest gemessen wird, es wird nach Wohlfühlen eingestellt. Wir haben dann nach einiger Zeit auf Florinef umgestellt, da es einfach günstiger ist.

Mittlerweile haben wir auf Zykortal umgestellt, ist eine Depotspritze und muss ca alle 28 Tage nachgespritzt werden. Vorher werden Natrium und Kalium gemessen, passt der Wert, wird nachgespritzt. Ein großes Blutbild mache ich so ca. alle 3-6 Monate, dadurch sind die Kosten erträglich.

Der Hund hat auch keinerlei Einschränkungen und kann ganz normal leben, auch Hundesport ist möglich, wenn er gut eingestellt ist.

 

Meine Ally ist ein stress Hund, sie ist leicht gestresst, deswegen kann ich nicht viel weiter runter mit dem Kortison, sie bekommt bei knapp 22 kg 1,5 mg am Tag. Boostern muss ich sie sehr selten, mach ich nur wenn was ganz außergewöhnliches ansteht, wie z.B. ein stressiger Ausflug oder eine OP. Ally zeigt sehr deutlich, wenn der Kortisonspiegel nicht passt, sie wird unruhig und Hechelt viel, dann hängt sie sich an mein Knie, da weiß ich dann spätestens Bescheid.

Mittlerweile kann ich Ally so gut lesen, dass ich merke, wenn sie Nachgespritzt werden muss, da ich mir aber oft selbst nicht traue, lass ich dann immer die Elektrolyte testen, bis jetzt lag ich immer richtig. Allerdings muss ich sagen, ich beobachte sie schon und mir fallen selbst kleine Veränderungen gleich auf.

Mich hat die Krankheit verändert, Ally ist dadurch sehr verwöhnt, sie ist ja fast gestorben mit 3,5 Jahren. Mittlerweile bin ich da auch sehr empfindlich, ich hab halt auch ständig ein Auge auf sie. Manchmal hab ich selbst das Gefühl ich bin paranoid, aber mein Gefühl hat bis jetzt immer gepasst.

 

Alexandra Walz