Farbgenetik beim Pudel

 

1. Die Pigmente Phäomelanin und Eumelanin

 

Es gibt zwei unterschiedliche Pigmente, die mit ihren jeweiligen Verdünnungen für die Farben des Hundefells verantwortlich sind: Phäomelanin und Eumelanin. Eumelanin ist verantwortliche für die Farbe schwarz und für deren Verdünnung braun und es wirkt sowohl auf die Fellfarbe, wie auch z.B. auf das Nasenpigment. Phäomelanin sorgt für die rote Fellfarbe und deren Verdünnungen wie apricot und weiß. Im Gegensatz zu Eumelanin wirkt sich Phäomelanin nicht auf das Nasenpigment aus.[1]

 

 

2. Vererbung

 

2.1 Merkmale

 

Die einzelnen Merkmale liegen auf einem Genort und sind immer in doppelter Ausprägung (Allele) vorhanden, wobei für den jeweiligen Genort Allele selbst in unterschiedlichen Varianten vorliegen können.

Bei der Produktion von Ei- und Samenzellen werden die Genstränge nach dem Zufallsprinzip aufgespalten, d.h. jede Ei- und Samenzelle enthält jeweils ein einzelnes Allel des jeweiligen Genortes. Bei der Befruchtung werden die aufgespaltenen Genstränge miteinander kombiniert, so dass jeder Nachkomme jeweils die Hälfte seiner Gene von der Mutter und vom Vater erhält.[2]

 

2.2. Genotyp und Phänotyp

 

Der Phänotyp zeigt, wie der Hund tatsächlich aussieht – z.B. der Pudel ist schwarz.

Der Genotyp zeigt an, ob der Hund z.B. reinerbig (homozygot) schwarz ist oder ob er auch die Möglichkeit in sich trägt, rote/weiße Welpen zu erzeugen, dann ist er

mischerbig (heterozygot). [3]Es ist einleuchtend, dass diese „verdeckten“ Gene interessant für die Zucht sind, damit man im Vorhinein weiß, welche Farben bei der jeweiligen Verpaarung entstehen können.

 

2.3. Dominanz und Rezessivität

 

Das Gen, das sich „durchsetzt“ und sich dann im Phänotyp zeigt, ist das dominante Gen. Dieses Gen wird mit einem Großbuchstaben bezeichnet. Das Gen, das sich „nicht durchsetzt“ und im Phänotyp nicht zeigt, ist das rezessive Gen und wird mit einem Kleinbuchstaben bezeichnet[4]. Wenn sich das dominante Gen immer im Phänotyp zeigt, spricht man von vollständiger Penetranz. Zeigt sich das dominante Gen nicht immer im Phänotyp, spricht man von unvollständiger Penetranz. Der Normalfall ist eine vollständige Penetranz (das dominante Gen setzt sich immer durch). Die Ursachen für eine unvollständige Penetranz sind bisher nicht geklärt und werden hier auch nicht betrachtet.[5]

2.3. Beispiel

 

An einem Genort liegt ein Merkmal in der Auspägung X (dominant) und x (rezessiv) vor. Mögliche Genotypen sind dann XX (das dominante Merkmal ist ausgeprägt, kein rezessives Merkmal vorhanden), Xx (das dominante Merkmal ist ausgeprägt, das rezessive Merkmal ist vorhanden) und xx (das rezessive Merkmal ist ausgeprägt, kein dominantes Merkmal vorhanden).

 

Bei einer Verpaarung gibt es dann folgende Möglichkeiten:[6]

 

a) XX mit XX

b) XX mit Xx

c) Xx mit Xx

d) Xx mit xx

e) xx mit xx und

f) XX mit xx.

 

Bei Kombination und Betrachtung von nur einem Genort, gibt es immer vier (2x2) mögliche Kombinationen des Ergebnisses (bei Betrachtung von zwei Genorten (2x2x2x2=) 16 mögliche Kombinationen usw.) auf unser Beispiel bezogen, bedeutet dies:[7]

 

a)    XX mit XX:

XX, XX, XX, XX – Alle Nachkommen zeigen das dominante Merkmal, das rezessive Merkmal ist nicht vorhanden.

b)    XX mit Xx:

XX, XX, Xx, Xx – Alle Nachkommen zeigen das dominante Merkmal, bei zwei Nachkommen ist das rezessive Merkmal vorhanden

c)     Xx mit Xx:

XX, Xx, Xx, xx – Drei Nachkommen zeigen das dominante Merkmal, einer hat kein rezessives Merkmal, zwei haben das rezessive Merkmal. Ein Nachkomme zeigt das rezessive Merkmal und hat kein dominantes Merkmal.

d)    Xx mit xx:

Xx, Xx, xx, xx – Zwei Nachkommen zeigen das dominante Merkmal, bei beiden ist das rezessive Merkmal vorhanden. Zwei Nachkommen zeigen das rezessive Merkmal, kein dominantes Merkmal vorhanden.

e)    xx mit xx:

xx, xx, xx, xx – Alle Nachkommen zeigen das rezessive Merkmal, kein dominantes Merkmal vorhanden

f)      XX mit xx

Xx, Xx, Xx, Xx – Alle Nachkommen, zeigen das dominante Merkmal, jeder trägt das rezessive Merkmal.

 

Hierbei ist zu beachten, dass die unter b und c angegebenen Verteilungen der Ausprägungen der Nachkommen eine statistische Größe sind, und nur bei einer genügend großen Anzahl von Nachkommen so verteilt sind. Das bedeutet für einen einzelnen Wurf, dass die Ausprägungen der jeweiligen Nachkommen möglich sind, aber nicht in jedem Wurf vorhanden und auch nicht in jedem Wurf so verteilt sein müssen.

3. Die Genorte und ihre Ausprägungen

 

Die Angaben hier spiegeln den heuten Stand der Wissenschaft wieder. Möglich ist, dass noch weitere Allele hinzukommen, bzw. sich zukünftig zeigt, dass vorhandene Allele sich auf einem anderen Genort befinden.

 

3.1. A-Lokus – Agouti-Lokus[8]

ist verantwortlich für die Farbverteilung

 

Ay - sable

aw – wildtyp

at – tan Zeichnung

a – rezessives Schwarz

 

3.2. B-Lokus – Braun-Lokus[9]

ist verantwortlich für die Schwarz- oder Braunfärbung des Fells und die Braun- oder Schwarzfärbung der Nase

B – dominantes Schwarz

b – rezessives Braun

 

3.3. C-Lokus[10] - Albino-Lokus

ist verantwortlich dafür, ob die weiße Farbe ausgeprägt werden kann. Weiß ist keine Farbe im eigentlichen Sinne, weiß bedeutet, dass kein Pigment eingelagert werden kann und der Hund durch Reflektion des gesamten Farbspektrums des Lichtes des weiß erscheint. Dieser Mangel an Pigment kann vollständig sein (Albino, weißes Fell, rosa Nase, blaue Augen) oder abgestuft (z.B. weißes Fell, schwarze Nase, braune Augen – oder cremfarben mit schwarzer Nase und braunen Augen usw.) sein.

 

C – Farbfaktor – lässt die Bildung von Phäomelanin und Eumelanin zu

cch – Teilalbinismus (z.B. Verdünnung Rot zu creme)

cd - weißes Fell mit schwarzer Nase und braunen Augen

cb – Horngrau (hell lilagrau) mit blauen Augen

c – völliger Albinismus

 

Der C-Lokus kann für Pudel derzeit noch nicht getestet werden. Vermutlich sind beim Pudel cch und cd weitestgehend überwiegend.

 

3.4. D-Lokus – Verdünnungs- Lokus

D – nicht verdünnt

d - verdünnt

ist verantwortlich für die Farbverdünnung. Dieser Lokus betrifft sowohl Phäomelanin also auch Eumelanin,[11] und wirkt sich auch auf Nasen- und Irispigmentierung aus. Bei dd werden die Augen hellbernsteinfarben und dd sorgt z.B. für die Farbe „blue“. Im Gegensatz zu z.B. Silberpudeln, die schwarz geboren werden und dann nach und nach versilbern, werden diese Hunde bereits blue geboren. Die Ausprägung dd „erhöht, wegen der Koppelung des Gens (Pigment-Mangel-Syndrom) das Risiko für den Einzelhund, später an Haarausfall oder Hautproblemen mit Schuppenbildung und Pusteln im Sinne einer „Colour Dilution Alopecia (CDA)“ einer „black hair follicular dysplasia (BHFD)“ oder dem „Blue-dog-Syndrom“ und eventuell einer Nebennierendysplasie (Nebenniereninsuffizienz mit Immunkomplexstörung) zu erkranken.“[12] Der D-Lokus kann derzeit für Pudel noch nicht getestet werden.

 

3.5. E-Lokus[13] Ausdehnungs-Lokus

E - schwarz

Em - Schwarzmaskenallel – z.B. beim Malinois - roter Hund mit schwarzer Maske)

e - rot,gelb, creme.

Wenn ee vorliegt, ist der Hund entweder rot, apricot oder creme. Obwohl ee rezessiv gegenüber E und Em ist, ist es doch dominant gegenüber allen anderen Farbloki. D.h. man kann bei apricot, rot nicht an der Fell- und Nasenfarbe erkennen, ob sie z.B. die farbenetische Ausprägung für Black-und-Tan weitergeben – dafür müssen die Hunde farbgengetestet sein. Verpaart man apricot, rot, creme (ee mit ee), so können wieder nur rote, apricot und creme Welpen fallen).

Hat ein Hund die Ausprägung Ee oder EE, muss man sich die weiteren Loki ansehen, damit man sagen kann, welche Farbe er trägt, bzw. vererbt.

Der E-Lokus ist der Ausgangspunkt für die Bestimmung der Farben der Welpen bei Farbverpaarungen – dazu später mehr.[14]

 

3.6. G-Lokus[15] - Vergrauungslokus

Der G-Lokus ist für die Vergrauung verantwortlich, wobei G eine Vergrauung und g keine Vergrauung bewirkt und die Vergrauung nur auf Eumelanin wirkt. Ein Hund muss also gg sein, damit er nicht vergraut.

Es ist zu vermuten, dass die Versilberung beim Pudel auf diesem Genlokus beruht, allerdings ist dies nicht bewiesen und es kann auch noch nicht getestet werden.

 

3.7. Der H-Lokus[16] - Harlekin-Lokus

H – Harlekin-Scheckung

h – keine Harlekin-Scheckung.

Der H-Lokus ist für die z.B. bei Doggen sogenannte Harlekin-Scheckung verantwortlich. Dies hat jedoch nichts mit der Farbvarianten Schwarz-weiß beim Pudel zu tun. Diese Farbvarianten beim Pudel beruht auf dem S-Lokus (Scheckungsserie), dem C-Lokus (der Möglichkeit zur Ausprägung der weißen Farbe) und dem T-Lokus (Ticking), der schwarzen Tüpfelung in den weißen Fellbereichen zu tun.

 

Die Harlekin-Scheckung des H-Lokus wird durch den M-Lokus (Merlefaktor) ausgeprägt und beeinflusst. Der H-Lokus kann derzeit noch nicht getestet werden.


3.8. Der K-Lokus[17]

spielt eine wichtige Rolle bei der Farbvererbung

Kb – einfarbiges Fell in den pigmentierten Bereichen

kbr – brindle, erlaubt die Ausprägung des Agouti-Lokus, z.B. ist bei Black-und Tans dann der tan-farbene Bereich gebrindelt (gestreift).

ky - erlaubt die Ausprägung des Agouti-Lokus (z.B. für Black und Tans)

Kb ist dominat über kbr und ky, kbr ist dominant über ky. „Jedes Tier mit mindestens einem Kb-Allel ist einfarbig. Jedes Tier ohne Kb-Allel, aber mit mindestens einem kbr-Allel ist brindel gemustert vor einem Agouti-Hintergrund. Jedes Tier mit zwei ky-Allelen wird nur die Agouti-Färbung ausprägen.“[18]

 

3.9. Der M-Lokus – Merle-Lokus[19]

Die Merlefarbe wirkt auf das Pigment Eumelanin und bewirkt zusammen mit dem H-Lokus die Merlescheckung.

 

M –Merle-Farbe

m – keine Merle-Farbe

 

Die Merlefarbe spielt in der Pudelzucht keine Rolle. Zwar soll es in Amerika in einem Kennel eine Spontanmutation gegeben haben, allerdings sind bei der entsprechenden Pudelhündin keine Ahnen angegeben. Wie dem auch sei, von einer Zucht mit dem Merlefaktor ist dringend abzuraten. Nicht nur, weil dabei Weißschecken (MM) entstehen können. Diese Weißschecken leiden unter fast vollständigem Pigmentverlust, der mit multiplen Augen- und Ohrenanomalien einhergeht, d.h. diese Hunde sind oft blind und taub.[20]

„Es gibt … Beweise, dass auch bei heterozygoten Tigern“ (Mm) „deletäre Effekte des Merlefaktors durchschlagen: Neben verbreiteter Heterochromina, d.h. beginnender Augendepigmentierung, wurde schon früh über Seh- und Hörstörungen, sowie Potenzschwierigkeiten bei Rüden berichtet, was von einigen Züchtern bestätigt wird.“[21]

Vor dem Hintergrund, dass der Merlefaktor nur bei Eumelamin sichtbar wird und bei Phäomelanin nicht sichtbar ist (d.h. bei roten, weißen, apricot- und cremefarbenen Hunden kann der Merlefaktor verdeckt weiter vererbt werden), ist von der Zucht von Merlefarbenen Pudeln dringend abzuraten. Wer gerne einen gescheckten Pudel haben möchte, der sei auf den gescheckten Pudel verwiesen, dessen Scheckung mit keinerlei gesundheitlichen Beeinträchtigungen einhergeht.

 


3.10. Der S-Lokus – Scheckungslokus[22]

Der Scheckungslokus gibt an, ob und wie weiße Flecken am Hund verteilt sind.

S – keine Scheckung

si – irische Scheckung – Mantelscheckung, d.h. weiße Flecken an den Pfoten, Schwanzspitze, Hals und Brust, Nacken, Schnauze und oft ist auch die Körperunterseite weiß.

sp – Piebald-Scheckung – Piebald-Schecken haben einen pigmentierten Kopf und einen ebensolchen Rutenansatz, sowie unregelmäßig verteilte größere pigmentierte Flecken über den ganzen Körper verteilt, jedoch selten an den Beinen.

sw – Extremweiß-Scheckung – hier sind nur Kopf und Rutenansatz pigmentiert, der Rest des Körpers ist weiß. Wenn zusätzlich auch noch an Kopf und Ohren große Bereiche extrem depigmentiert sind, können auch hier Augen- und Gehördefekte entstehen.

 

Manchmal haben Hunde, die keine Weißscheckung tragen (SS), ein bisschen weiß an den Pfoten, der Brust und/oder der Schwanzspitze. Dies wird dadurch verursacht, dass während der fötalen Entwicklung die Pigmentverteilung nicht weit genug erfolgte. Dieses Restweiß genannte Weiß wird nicht als Weißscheckung bezeichnet, weil es nicht genetisch verursacht ist.

 

Zu vermuten ist, dass es sich bei den Harlekinpudeln überwiegend um si- und/oder sp-Schecken handelt. Ebenso ist zu vermuten, dass die weißen Pudel aufgrund des c-Lokus weiß sind, da Taubheit und Blindheit bei weißen Pudeln glücklicherweise ziemlich unbekannt ist.

 

Der S-Lokus kann bisher nicht getestet werden.

 

3.11. Der T-Lokus – Ticking-Lokus[23]

Als Ticking bezeichnet man pigmentierte Punkte in weißen Fellbereichen, insbesondere beim Harlekinpudel.

T – Ticking

t – kein Ticking.

Ein Hund, der TT trägt, hat mehr und größere Tickings, als ein Hund, der Tt trägt. tt bedeutet keine Tickings.

 

Der T-Lokus kann noch nicht getestet werden.


4. Wie beeinflussen sich die Genorte gegenseitig?[24]

 

Zuerst betrachtet man den E-Lokus, ist der Hund hier ee, so sind alle anderen Genorte nicht ausgeprägt, sie zeigen sich ggf. in der nächsten Generation.

(nichts desto trotz ist der B-Lokus für das Nasenpigment auch von ee tragenden Hunden verantwortlich und man kann daran ablesen, ob der Hund ein braunes oder schwarzes Nasenpigment hat.)[25]

 

Danach betrachtet man den K-Lokus.

Ist der Hund hier KbKb, Kbkbr oder Kbky, so ist der Hund einfarbig in den pigmentierten Bereichen und man betrachtet den B-Lokus um festzustellen, ob er schwarz (BB oder Bb) oder braun ist (bb).[26]

 

Ist der Hund am K-Lokus kyky und am A-Lokus aa, so ist der Hund einfarbig braun oder schwarz (je nach Ausprägung des B-Lokus), ist er am A-Lokus AyAy, Ayat oder aya, so ist der Hund sable, und ist er am A-Lokus atat oder ata, so ist er Black-und-Tan oder Braun-und-Tan (je nach Ausprägung des B-Lokus).[27]

 

Ist der Hund am K-Lokus kbrkbr oder kbrky und am A-Lokus aa, so ist er einfarbig braun oder schwarz (je nach Ausprägung des B-Lokus), ist er am A-Lokus AyAy, Ayat oder Aya, so ist der Hund sable-und brindle gefärbt mit braunen oder schwarzen Streifen (je nach Ausprägung des B-Lokus), und ist der Hund am A-Lokus atat oder ata, so ist er Black-und-Tan oder Braun-und-Tan jeweils im Tan gebrindelt und abhängig von der Ausprägung des B-Lokus.[28]

 

5. Dieses Farbschema zeigt, wie sich die Farbverteilung (die sichtbare und die nur genetisch vorhandene) der Eltern auf die Farbverteilung der Welpen ausprägt. Betrachtet wurden hier nur die Allele B und E. In der unteren Tabelle repräsentiert die Farbe „creme“ Apricot/Red und/oder Weiß. (Diese drei Farben können via Gentest noch nicht differenziert werden).

 

Der äußere Ring zeigt die sichtbare Fellfarbe – in diesem Fall also Schwarz, Braun oder Apricot/Red/Weiß. Der kleine Kreis oben rechts neben dem großen Kreis beschreibt die Nasenfarbe. Der innere Ring zeigt die verdeckt möglichen Fellfarben, die bei einer Verpaarung mit einem passenden Partner zu den jeweils möglichen sichtbaren Fellfarben der Welpen führen.

 

Ein schwarzer Hund hat die genetischen Möglichkeiten zu EEBB, EeBB, EEBb oder EeBb. (Alle weiteren genetischen Farbinformationen sind für diese Ausprägung nicht relevant!)

 

Ist der Hund weiß, apricot oder red ist er genetisch eeBB oder eeBb.

(Alle weiteren genetischen Farbinformationen sind für diese Ausprägung nicht relevant!)

 

Ein brauner Hund hat die Möglichkeit für EEbb oder Eebb.

(Alle weiteren genetischen Farbinformationen sind für diese Ausprägung nicht relevant!)

 

Damit ein Hund Black-und-Tan ist, muss er folgende genetische Farbkombination aufweisen: EE (oder Ee), BB (oder Bb), at-at (oder at-a) und ky-ky. (Bei bb wäre der Hund Braun-und-Tan.)

 

Bei der Genkombination BB und Bb hat der Hund genetisch eine schwarze Nase, bei bb eine braune. Auch wenn es bei den Pudeln manchmal anders aussieht.

 

Zur Erinnerung: Der Welpe bekommt jeweils 50% der Gene vom Vater und 50% von der Mutter. Wobei die Natur entscheidet, welche Gene kombiniert werden. Die Wahrscheinlichkeiten der unten angegebenen Ergebnisse bei der Verteilung der Welpenfarben sind „statistische Wahrscheinlichkeiten“, d.h. nicht berücksichtigt sind, z.B. das Absterben von Embryonen durch irgendwelche Gründe oder die zufällig unfruchtbaren Eizellen oder Spermien. Die Tabelle zeigt, welche Farben fallen können, d.h. aber nicht, dass alle diese Farben in jedem Wurf auch fallen müssen.

 

5. Farbvererbung bei der Betrachtung der Genloki E und B[29]

Table of Statistical Outcomes of Mating Pairs:
*Note:  cream represents - cream, white, apricot or red

 

                 

 

BBEE
I

BBEe
II

BbEE
III

BbEe
IV

BBee
V

Bbee
VI

bbee
VII

bbEE
VIII

bbEe
IX

BBEE
I

All
Black

All
Black

All
Black

All
Black

All
Black

All
Black

All
Black

All
Black

All
Black

BBEe
II

All
Black

¾ Black
¼ Cream

All
Black

¾ Black
¼ Cream

½ Black
½ Cream

½ Black
½ Cream

½ Black
½ Cream

All
Black

¾ Black
¼ Cream

BbEE
III

All
Black

All
Black

¾ Black
¼ Brown

¾ Black
¼ Brown

All
Black

¾ Black
¼ Brown

½ Black
½ Brown

½ Black
½ Brown

½ Black
½ Brown

BbEe
IV

All
Black

¾ Black
¼ Cream

¾ Black
¼ Brown

9/16 Black
¼ Cream
3/16 Brown

½ Black
½ Cream

3/8 Black
½ Cream
1/8 Brown

¼ Black
½ Cream
¼ Brown

½ Black
½ Brown

3/8 Black
¼ Cream
3/8 Brown

BBee
V

All
Black

½ Black
½ Cream

All
Black

½ Black
½ Cream

All
Cream

All
Cream

All
Cream

All
Black

½ Black
½ Cream

Bbee
VI

All
Black

½ Black
½ Cream

¾ Black
¼ Brown

⅜ Black
½ Cream
⅛ Brown

All
Cream

All
Cream

All
Cream

½ Black
½ Brown

¼ Black
½ Cream
¼ Brown

bbee
VII

All
Black

½ Black
½ Cream

½ Black
½ Brown

¼ Black
½ Cream
¼ Brown

All
Cream

All
Cream

All
Cream

All
Brown

½ Brown
½ Cream

bbEE
VIII

All
Black

All
Black

½ Black
½ Brown

½ Black
½ Brown

All
Black

½ Black
½ Brown

All
Brown

All
Brown

All
Brown

bbEe
IX

All
Black

¾ Black
¼ Cream

½ Black
½ Brown

⅜ Black
¼ Cream
⅜ Brown

½ Black
½ Cream

¼ Black
½ Cream
¼ Brown

½ Brown
½ Cream

All
Brown

¾ Brown
¼ Cream

 

 

 

 

6. Warum ist es so selten, dass aus Schwarz-Apricot- oder Schwarz-Weiß-Verparungen ein Black-und-Tan-Welpe oder ein gescheckter Welpe fällt?

 

Dies ist darin begründet, dass für die Ausprägung von Black-und-Tan und von Gescheckt viel mehr Genkombinationen zusammen kommen müssen, damit diese Farbausprägung gezeigt wird, als bei einfarbigen Hunden. Beide einfarbige Elternteile müssen Teile der für die Ausprägung von Black-und-Tan oder von Gescheckt tragen und diese müssen dann bei einer Verpaarung in der richtigen Kombination weiter vererbt werden, da sonst weder Black-und-Tan noch Gescheckte Fellfärbung entstehen kann. Es ist also eine Frage der Wahrscheinlichkeit.

 

7. Der umgekehrte Weg

Durch die in einem Wurf gefallenen Farben, können auch Rückschlüsse auf die Farbkombinationen der Eltern getroffen werden. Als Beispiel dient hier der Wurf vom 20.03.2013 zwischen meinem Lion (Quaterman vom Herzogshut) und Schnuppe (Majestic Canin’s Ciara). Lion ist apricot, Schnuppe ist schwarz. Gefallen sind 4 schwarze Welpen, 4 apricot Welpen und ein brauner Welpe. Lion ist zwar farbgengetestet, aber wenn man dies nicht wüsste, könnte man folgende Rückschlüsse auf die Farbkombination der Beiden machen:

 

  1. Lion ist apricot, daher trägt er auf dem E-Lokus die Kombination ee.
  2. Schnuppe ist schwarz, daher muss sie die Kombination EE oder Ee auf dem E-Lokus tragen. Da auch apricotfarbene Welpen gefallen sind, muss Schnuppe auf dem E-Lokus Ee tragen, sonst wären nur schwarze oder braune Welpen gefallen.
  3. Schnuppe ist schwarz, daher trägt sie auf dem B-Lokus BB oder Bb. Würde sie BB tragen, wären nur schwarze gefallen, es ist aber auch ein brauner Welpe gefallen, also trägt sie auf dem B-Lokus Bb. Lion könnte auf dem B-Lokus BB, Bb, oder bb tragen. Wäre Lion BB, wäre kein brauner Welpe gefallen, wäre er bb, so wäre die Anzahl der braunen Welpen (sehr wahrscheinlich) höher. Wahrscheinlich ist Lion auf dem B-Lokus also Bb, und so wurde er auch getestet.
  4. Wir wissen jetzt also: Schnuppe trägt Ee und Bb und Lion ee und Bb.

 

Nun hat Schnuppe im letzten Jahr ebenfalls einen Wurf mit einem Apricotrüden gehabt. In dieser Verpaarung sind aber nur schwarze und apricot bzw. weiße Welpen gefallen (Wir erinnern uns – apricot, weiß, creme und rot können noch nicht farbgenetisch unterschieden werden.) Wir wissen jetzt aber, dass Schnuppe braun trägt. In dem vorhergehenden Wurf ist aber kein brauner Welpe gefallen. Dies bedeutet, dass der Vater höchstwahrscheinlich kein braun trägt, oder einfach, dass die vermutlich braun geborenen Welpen von Mutter Natur nicht bis zur Geburt gebracht wurden. Wollte man nun ohne Farbgentest wissen, ob dieser Rüde braun trägt, müsste man eine Verpaarung mit einer braunen Hündin anstreben. Würden dann wieder keine braunen Welpen fallen (sondern nur schwarze und evt. apricot), so könnte man mit ziemlicher Sicherheit davon ausgehen, dass dieser Rüde kein braun trägt. Ein Farbgentest ist aber wesentlich weniger aufwendig und Würfe, die darauf zielen die Farbgenetik der Hunde herauszufinden, sind vielleicht wissenschaftlich interessant aber für Hobbyzüchter glücklicherweise keine Alternative.

 

 

8. Schlusswort

 

Ich bedanke mich herzlich für die Unterstützung der in den Fußnoten genannten Personen und Organisationen - besonders bei Laboklin  und bei Vetgen  für die Erlaubnis zur Nutzung von Informationen und Grafiken. Ich bin mir bewusst, dass Einiges nicht vollständig und nicht wissenschaftlich korrekt dargestellt wurde, allerdings geht es mir nicht um die Erstellung eines Fachvortrages für Spezialisten, sondern um eine Information für Züchter und Pudelinteressierte – ich bitte um ihr Verständnis.

 

[1] vgl. Homepage abnormality.purpleflowers

[2] vlg. Inge Hansen, Vererbung beim Hund 1. Auflage 2008, S. 25-26

[3] vgl. Inge Hansen, Vererbung beim Hund 1. Auflage 2008, S. 27

[4] vgl. Inge Hansen, Vererbung beim Hund 1. Auflage 2008, S. 27

[5] vgl. Inge Hansen, Vererbung beim Hund 1. Auflage 2008, S. 39

[6] vgl. Inge Hansen, Vererbung beim Hund 1. Auflage 2008, S. 28-33

[7] Inge Hansen, Vererbung beim Hund 1. Auflage 2008, S. 28-33

[8] vlg. Homepage abnormalty purpleflowers

[9] vlg.Homepage Laboklin

[10] vgl.Homepage Laboklin und Inge Hansen, Vererbung beim Hund 1. Auflage 2008, S. 68

[11] vgl. Homepage Laboklin

[12] Inge Hansen, Vererbung beim Hund 1. Auflage 2008, S. 60

[13]vgl, Homepage abnormalty purpleflowers

[14] vgl. Homepage Vetgen

[15] vgl. Inge Hansen, Vererbung beim Hund 1. Auflage 2008, S. 61-62

[16] vlg. Homepage abnormalty purpleflowers

[17] vgl. Homepage Laboklin

[18]  vgl. Homepage Laboklin

[19] vgl. Homepage abnormalty purpleflowers

[20] vgl Dr. Wilhelm Wegner, Kleine Kynologie, 3. Auflage 1986, S. 90

[21] Dr. Wilhelm Wegner, Kleine Kynologie, 3. Auflage 1986, S.91

[22] vgl.Homepage abnormalty purpleflowers

[23] vgl. Homepage abnormalty purpleflowers

[24] vgl.Homepage Vetgen

[25] vgl. Homepage Vetgen

[26] vgl Homepage Vetgen

[27] vgl. Homepage Vetgen

[28] vgl.Homepage Vetgen

[29] vglHomepage Vetgen