Unser Zuchtziel

Wir möchten die Pudel züchten, mit denen wir selbst gerne unser Leben teilen würden - ausgeglichene, alltagstaugliche Hunde, die körperbaulich leistungsfähig für unterschiedliche Arten sportlicher Betätigung und charakterlich leistungswillig sind, andererseits aber auch damit zurecht kommen, dass das eine oder andere Mal zu wenig Zeit für ausgedehnte Hundeaktivitäten bleibt. Die Amerikaner bezeichnen solche Hunde als "sound" - ausgewogen - Ausgewogenheit beim Hund bedeutet KEINESFALLS MITTELMÄßIGKEIT!!!

 

 

Leistungsfähigkeit

 

Wir legen großen Wert auf einen funktionalen Körperbau, so wie er auch im Pudelstandard beschrieben, leider aber immer weniger zu sehen ist. Das bedeutet z.B.: ausgesprochen moderate Hinterhandwinkelungen, einen unter dem Widerrist stehenden Ellenbogen, eine gute Brusttiefe und dazu passendes Rippenschiff. Erfreulich wäre dann noch ein gut zurück gelegtes Schulterblatt, dass eine gerade und weit ausgreifende Vorhand ermöglicht und eine gute Vorbrust, die eine sehr gute Muskelaufhängung gewährleistet.

 

Warum?

Die Hinterhand ist über die Hüfte fest mit dem Skelett verbunden, die Vorhand lediglich über Muskeln und Sehnen. "Exzellente" Hinterhandwinkelung bedeutet, dass die Vorhand sich weiter nach vorne schiebt, damit die Pfoten unter dem Hund beim Laufen nicht zusammenstoßen. Den Großteil seines Gewichtes trägt der Hund schon im normalen Lauf auf der Vorhand - erst recht, wenn er springt! Ist die Vorhand zu weit vorne, führt das u.a. zu einer Falsch-/Überbelastung der Wirbelsäule und der Gelenke der Vorderhand. Gleichzeitig führt eine "exzellente" Hinterhandwinkelung zu einer Falschbelastung der Gelenke der Hinterhand und eben auch der Wirbelsäule. In der Folge "verschleißen" solche Hunde eher und das als Folge einer Zucht auf ein aktuell modernes Schönheitsideal.

 

Diese Aspekte sind nur der kleiner Ausschnitt aus dem Thema "funktionaler Körperbau". Wenn Sie sich für dieses Thema interessieren, möchte ich Ihnen von Pat Hastings "Structure in Action - The Makings Of A Durable Dog" ans Herz legen.

 

 

Leistungsbereitschaft/Leistungswille

 

Damit ein Hund später zeigen kann, was ihm sein Körperbau ermöglicht, benötigt er einige Voraussetzungen. Die Basis von Allem sind Bindungsfähigkeit, Vertrauen und dass der Welpe gelernt hat, wie man lernt. Bindungsfähigkeit ist u.a. eine Folge des Charakters der Eltern (und der Rasse!!), aber ebenso des konstanten Umgangs mit Menschen und das von der Geburt an. Vertrauen erzielt man durch liebevolle, artgerechte und konsequente Erziehung. Ein Hund lernt zu lernen, in dem man ihm in kleinsten Schritten beibringt, dass es sich für ihn lohnt auf seine Menschen zu achten. Beginned damit, dass man den Hund ausprobieren lässt - er wird zufälliges natürliches Verhalten zeigen, z.B. sich hinsetzen, wenn er gerade etwas müde ist - dafür wird er belohnt. 

 

Hat der Welpe dies einmal begriffen, dann liegt es am Talent und der Motivation des zukünftigen Besitzers, was er daraus macht.

 

Genau solche Welpen haben wir von unseren Züchtern Gabi Radler (vom Herzogshut) und Ute Runge (Samba Pa Ti) bekommen. Und genau diese Basis möchen wir auch unseren Welpen mit auf den Weg geben.

 

 

Genetische Variabiliät

 

Wir legen Wert auf möglichst hohe genetische Variabilität, insbesondere des Immunsystems. Deshalb bemühen wir uns, u.a. um einen niedrigen COI und möglichst niedrige genetische Verwandtschaft nach dem VGL Test der UC Davis. Besonders wichtig ist uns dabei, dass die Welpen zwei unterschiedliche Haplotypen der Immunsystems aufweisen. Ein variables Immunsystem ist die Basis für eine optimale körpereigene Abwehr von Viren und Bakterien.

 

 

Langlebigkeit 

 

KÖNNEN WIR NICHT GARANTIEREN!!!!!

Wir haben uns viele Gedanken gemacht und eine Zuchtstrategie entwickelt, wie wir sinnvoll und machbar die Langlebigkeit der Hunde erhalten und möglicherweise verbessern können.

 

Die Qualität einer Zucht steht (und fällt) mit der Qualität der Zuchthündin. Wir haben sehr lange nach einer Hündin für unsere Zucht gesucht. Dabei haben wir uns u.a. an folgenden Kriterien orientiert:

- Langlebigkeit der Vorfahren

- Qualität des Körperbaus

- pudeltypischer Charakter

- überwiegend nach BARF ernährt.

 

Weltweit gesucht - in Deutschland bei Ute Runge fündig geworden.

 

Ein wesentliches Kriterium für die Langlebigkeit ist die Anzahl der Telomere an den Enden der Chromosomen. Jeden Tag sterben im Körper Millionen Zellen ab und Millionen Zellen werden neugebildet. Die Telomere sorgen für eine reibungslose korrekte Ablesung und Verdopplung der DNA und werden im Laufe des Lebens "aufgebraucht", was zu Fehlern in der Ablesung und Verdoppelung der DNA führt. Je länger diese Telomere sind um so länger ist die fehlerfreie Ablesung gewährleistet. Eine Hündin kann nur die Länge der Telomere an ihre Nachfahren weitergeben, die sie selbst von ihren Eltern geerbt hat. Bei den Spermien der Rüden ist das anders. Je älter der Rüde, desto länger die Telomere in den Chromosomen seiner Spermien. Es macht also Sinn ältere, phänotypisch gesunde Rüden für die Zucht zu nutzen. Ein weiterer Vorteil von älteren Deckrüden ist es, dass man weiß, dass sie bestimmte möglicherweise häufig auftretende rassetypische Erkrankungen selbst nicht entwickelt haben. Bei einem 1- oder 2-jährigen Rüden ist dieses Risiko deutlich höher. 

Aus diesen Gründen setzen wir ältere Rüden in unserer Zucht ein.

 

Dies sind nur einige wenige Aspekte unserer Zuchtstrategie und unserer Überlegungen zur Aufzucht und Hundehaltung. Wenn Sie mehr wissen möchten, sprechen Sie uns gerne an.